Datenschutz für Drittanbieter

Apple verschärft Datenschutzregeln für Live Activities und Benachrichtigungen

Apple legt strenge Datenschutzregeln für den Zugriff von Drittanbieter-Zubehör auf Benachrichtigungen und Live Activities fest.

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Apple hat seine Entwicklerrichtlinien aktualisiert und legt nun strenge Datenschutzregeln für den Zugriff von Drittanbieter-Zubehör auf Benachrichtigungen und Live Activities fest. Die Änderungen sind Teil der Bemühungen des Unternehmens, die Anforderungen des Digital Markets Act (DMA) der Europäischen Union zu erfüllen, während gleichzeitig die Privatsphäre der Nutzenden geschützt wird.

Quickread: Auf einen Blick
  • Apple verbietet Drittanbietern die Nutzung weitergeleiteter Benachrichtigungen für Werbung, Tracking oder Profilerstellung.
  • Daten dürfen nur auf dem Zubehör selbst entschlüsselt werden, keine Cloud-Speicherung erlaubt.
  • Die neuen Regeln sind Teil der DMA-Compliance in der EU und gelten ab sofort für alle Entwickelnden.

Neue Regeln für Drittanbieter-Zubehör

In der aktualisierten Developer Program License Agreement hat Apple einen neuen Abschnitt mit dem Titel „3.3.3 (J), Accessory Notifications Framework and Accessory Live Activities Framework“ eingefügt. Dieser legt fest, wie Entwicklerinnen und Entwickler mit weitergeleiteten Benachrichtigungen und Live Activities umgehen müssen.

Die Kernpunkte der neuen Regelungen sind eindeutig: Drittanbieter dürfen die weitergeleiteten Informationen nicht für Werbung, Profilerstellung, das Training von Modellen oder die Standortüberwachung verwenden. Zudem ist es untersagt, die Daten an andere Apps oder Geräte weiterzugeben – mit Ausnahme des autorisierten Zielzubehörs.

Strenge Datenschutzauflagen

Apple geht noch einen Schritt weiter und verbietet die Speicherung weitergeleiteter Benachrichtigungsdaten auf Servern, in der Cloud oder auf anderen entfernten Geräten. Die Daten dürfen ausschließlich auf dem Zubehör selbst entschlüsselt werden, nicht auf einem Server oder an anderer Stelle während der Übertragung.

Live Activities erklärt!

Live Activities sind dynamische Benachrichtigungen auf dem iPhone, die sich in Echtzeit aktualisieren und aktuelle Informationen anzeigen – etwa Sportergebnisse, Lieferstatus oder Timer. Sie erscheinen auf dem Sperrbildschirm und in der Dynamic Island und bieten schnellen Zugriff auf wichtige Informationen, ohne die App öffnen zu müssen. Mit iOS 26 hat Apple diese Funktion auf iPad, Mac und CarPlay ausgeweitet.

Entwicklerinnen und Entwickler dürfen die weitergeleiteten Informationen nicht in einer Weise verändern, die deren Bedeutung ändert – abgesehen von Formatierungsanpassungen. Das Zubehör, das die Benachrichtigung empfängt, darf diese Daten oder die Verschlüsselungsschlüssel nicht mit anderen Geräten teilen, nicht einmal mit dem iPhone der Nutzenden. Die Daten müssen also auf dem Gerät bleiben, an das sie gesendet wurden.

Hintergrund: DMA-Compliance in der EU

Die neuen Regeln stehen im Zusammenhang mit Apples Verpflichtungen unter dem Digital Markets Act der Europäischen Union. Das Unternehmen arbeitet an Änderungen in iOS, die AirPods-ähnliches Pairing und die Weiterleitung von Benachrichtigungen für Wearables von Drittanbietern ermöglichen.

In der iOS-26.5-Beta, die Anfang der Woche veröffentlicht wurde, hat Apple die Weiterleitung von Live Activities hinzugefügt. Diese Funktion wird Teil des Benachrichtigungs-Forwardings sein und es Drittanbieter-Wearables wie Smartwatches ermöglichen, Live Activities vom iPhone zu empfangen.

Apples Bedenken zur Datensicherheit

Im September hatte Apple bereits Bedenken hinsichtlich der DMA-Anforderungen geäußert. Das Unternehmen warnte vor neuen Datenschutz- und Sicherheitsrisiken, die sich aus den eingereichten Anfragen von Unternehmen ergaben. Diese beinhalteten unter anderem den vollständigen Inhalt der Benachrichtigungen von Nutzenden sowie die komplette Historie der WLAN-Netzwerke, mit denen sich Nutzende verbunden haben.

Apple erklärte, die Risiken solcher Anfragen der Europäischen Kommission mitgeteilt zu haben. Diese seien jedoch nicht als gültige Gründe akzeptiert worden, um die Anfragen abzulehnen. Die neuen Entwicklerrichtlinien scheinen Apples bestmöglicher Versuch zu sein, die Risiken trotzdem zu minimieren.

Verantwortung liegt bei Entwickelnden

Auch wenn eine App die neuen Frameworks überhaupt nicht nutzt, behält sich Apple das Recht vor, Benachrichtigungen dieser App an Drittanbieter-Zubehör weiterzuleiten, sofern die Nutzenden dies aktivieren. Die Gesamtheit der neuen Regeln macht deutlich: Apple möchte kein Tracking, keine Profilerstellung, keine Cloud-Kopien und keine Weitergabe zwischen Geräten. Die volle Verantwortung für die Einhaltung dieser Regeln liegt bei den Entwicklerinnen und Entwicklern.

Die aktualisierten Richtlinien sind ab sofort verfügbar, und Entwicklerinnen und Entwickler müssen sich in ihrem Account anmelden, um die neuen Bedingungen zu akzeptieren. Übersetzungen der aktualisierten Vereinbarung werden innerhalb eines Monats auf der Apple-Developer-Website verfügbar sein.